Grundwassersanierung: Ölphase thermisch neben einer Bahnstrecke beseitigt

Unmittelbar neben der Bahnstrecke befanden sich im Boden stillgelegte Öltanks aus den 1920er Jahren.
Thermische Ölphasenmobilisierung neben einer Bahnstrecke
Dienstleister

reconsite GmbH

Auberlenstraße 13 / 70736 Fellbach
Telefon: +49 711 410190 0
Beschreibung

Standortbedingungen

Am Standort eines ehemaligen Tanklagers wurden erhebliche Grundwasserbelastungen festgestellt. Hauptkontaminanten sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), untergeordnet auch BTEX. Der Grundwasserspiegel befand sich in einer Tiefe von ca. 4 m unter Geländeoberkante (u. GOK).

Eine Leichtphase wurde regelmäßig in einer Messstelle nachgewiesen, die sich 8 Meter abstromig der Sanierungsfläche befand. Das Vorhandensein einer Schwerphase konnte nicht ausgeschlossen, jedoch messtechnisch nicht belegt werden.

Die Sanierungsfläche befand sich im direkten Umfeld zweier unterirdischer Tanks, die bereits entleert und gereinigt wurden. Bei der Sanierung durfte es zu keiner Beschädigung dieser Strukturen kommen.

Sanierung mit dem THERIS-Verfahren

Zur thermischen in-situ Sanierung wurde das THERIS-Verfahren eingesetzt. Dabei erfolgte die kontrollierte Erwärmung des Bodens mithilfe von 3 m langen Heizelementen, die in einer Tiefe von 2–5 m eingebaut wurden.Zur Förderung der mobilisierten Phase wurde ein Förderbrunnen gebohrt, in den eine pneumatische Pumpe eingebaut wurde. Die Anlagen zur Steuerung und Überwachung des Verfahrens wurden auf einer asphaltierten Fläche neben der Pilotierungsfläche installiert. In den Temperaturmessprofilen wurden an einigen Stellen maximal 54°C erreicht. Im Abstrom, 8m von den Heizlanzen entfernt wurde ein Temperaturanstieg um 7 K gemessen.

Besondere Herausforderungen:

  • Sanierung neben einer Bahnstrecke ohne Beeinträchtigung des Bahnverkehrs,
  • Explosionsschutz

Sanierungsergebnis und Bewertung

Während der thermischen Ölphasenmobilisierung wurden ungefähr 45 m³ Grundwasser gefördert und über eine werkseigene Wasserreinigungsanlage entsorgt. Die abgeschöpfte Leichtphase belief sich auf etwa 35 Liter. Der Stromverbrauch pro kg abgeschöpfte Leichtphase betrug rund 200 kWh/kg.

Die thermische Reichweite des Verfahrens betrug mindestens 70 m², wobei in entfernten Messstellen Temperaturanstiege nachgewiesen wurden. Die hydraulische Reichweite des Förderbrunnens erstreckte sich über ca. 200 m², mit Absenkungseffekten bis in benachbarte Messstellen.

Besonders hervorzuheben ist die Mobilisierung und Drainage der Leichtphase, die durch den Temperaturanstieg und die gezielte Wasserförderung erreicht wurde. Es zeigte sich, dass Leichtphase auch noch Tage nach der Wasserförderung weiter in den Brunnen nachströmte.

 

Unsere thermischen in-situ Sanierungsverfahren TUBA und THERIS wurden 2024 mit einem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Grundwassersanierung
Grundwassersanierung Eigenschaften
Gutachterliche Leistungen: Grundwassermodellierung, Monitoring
In-Situ-Verfahren: Dual Phase Extraction, Phasenabschöpfung, Pump and Treat, THERIS (feste Wärmequellen)
Fläche: 30 m²
Behandlungsverfahren: Aktivkohlefiltration, Mehrphasenabscheider, Phasentrennung
Schadstoffe: BTEX, Leichtphase, MKW, PAK
sonstige Technische Bedingungen: Steuerungstechnik mit Fernzugriff, Datenspeicherung online
Tiefenlage der Belastung: 5 m
Umwelttechnik
Boden- und Gewässerschutz Eigenschaften
Aufgabenbereiche Boden- und Gewässerschutz: Altlasten
Erkundungsmethoden: Analytik
Medien: Grundwasser
Planungsstufe: Ausführungsplanung
Brunnenbauarbeiten
Brunnenbau Eigenschaften
Nutzungsart: Sanierungsbrunnen
Bodensanierungsarbeiten
Arbeitsschutz
Schutzmaßnahmen: Mehrgaswarngerät, Persönliche Schutzausrüstung (PSA), PID-Messungen, Arbeiten in kontaminierten Bereich gemäß DGUV-R 101-004
Bodensanierungsarbeiten
In-Situ-Verfahren
Auftraggeber
Eine Firma aus Deutschland
Auszeichnungen
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