Das Gelände der ehemaligen Sächsischen Olefinwerke (SOW) Böhlen ist ein aktiver Wirtschaftsstandort der Chemieindustrie im komplexen Umfeld von Bergbaufolgelandschaften und aktivem Bergbau. Der Standort weist eine großflächige Belastung von Boden und Grundwasser durch Kohlenwasserstoffe, Ablagerungen mit Kohle und Ascheschlämmen, Teerresten sowie weitere Sonderabfälle auf einer Fläche von ca. 150 ha auf. Schwerpunkte des Ökologischen Großprojekts (ÖGP) liegen in der Quellensanierung und der Abstromsicherung.
Erbrachte Leistungen:
- Erstellung von Stichtagsmessungs-, Probenahme- und Untersuchungsprogrammen
- Stichtagsmessung an 511 Grundwassermessstellen und 6 Oberflächenwassermesspunkten
- Phasenmessung an allen ÖGP-Monitoringmessstellen, Phasennachweis an 31 Messstellen
- Grundwasser- und Oberflächenwasserprobenahme an 136 GWM und 6 OWM
- Plausibilitätsprüfung der VOL-Leistungen (Probenahme und Laboranalytik)
- Begleitung, Überwachung und Dokumentation von VOB-Leistungen zur Messnetzpflege
- Auswertung und Bewertung der Grundwasserdynamik und Schadstoffverbreitung (BTEX, AKW, MKW, MTBE, PAK)
- Bewertung von Natural-Attenuation-Prozessen im Grundwasser
- Laufende Überprüfung und Weiterentwicklung des hydrogeologischen Modells
- Import plausibilitätsgeprüfter Daten in die GeODin-Datenbank des Auftraggebers
- Fachliche Abstimmung mit Planern und Gutachtern anderer Maßnahmen
Wesentliche Herausforderungen:
- Hochkomplexe Standortsituation mit über 500 Messstellen auf ca. 150 ha im aktiven Industrieumfeld
- Koordination mehrerer parallel beauftragter Auftragnehmer (Probenahme, Laboranalytik) und Abstimmung mit Gutachtern anderer Maßnahmen
- Großräumige Schadstofffahnen mit mehreren Phasenverbreitungsgebieten und aktiven Sicherungsmaßnahmen (Horizontalfilterbrunnen, Drainage)
- Komplexe Hydrodynamik durch aktive und stillgelegte Tagebaue sowie Grundwasserhochlage im Pulgarfeld
- Langfristige Datenhaltung und Qualitätssicherung in der GeODin-Projektdatenbank des Auftraggebers über mehrere Jahre